KLOSTER- UND HEIMATGESCHICHTSVEREIN- KNIEBIS

 
 

Waldarbeit, früher

Mit der Entwicklung der Axt zu einem brauchbaren Werkzeug kamen schrittweise Einwanderer aus südlichen Alpenländer in unsere Region. Sie waren  befähigt, Bäume zu fällen und zu bearbeiten die bisher unbezwingbar waren.In der möglich gewordenen Baumfällung ist der Beginn einer planmäßigen Waldarbeit zu sehen, weil allmählich Techniken mit Zukunft entwickelt wurden.Das mit der Axt gehauene Holz ergibt keinen glatten Abhieb, sondern läuft meist kegelförmig spitz zu, was die Holzhauer als „Schrot“ bezeichnen. Der liegende Stamm wird dann mit der Schrotaxt  in Klötze zerlegt, deren Länge schwankt zwischen 3,5 und 7 Fuß, doch sind vier Fuß (ca 1,2 m) am gebräuchlichsten. Nicht die Holzfällung, sondern der Transport des Holzes an die entsprechende Orte zum Weitertransport war der schwierigste und zugleich auch der gefährlichste Teil der Waldarbeit.


Bei der Trift, auch Wildflößerei oder Holzschwemme genannt, wirft man kürzere Stämme, Brenn- und Kohlholz einzeln in das Wasser. Sie werden dann entweder durch das Hochwasser bei Schneeschmelze und nach Regengüssen oder durch eine mit Hilfe von Stauanlagen künstlich erzeugten Flutwelle flussabwärts getrieben.

Sind aber die Berge steiler und zudem noch unwegsame Klingen vorhanden, bedient man sich der Schlittenwege, Holzriese oder Kähnerwerke, Schlittenwege, die gewohnlich vier Fuß (1,2m) breit sind, legt man in großen, nicht zu steilen Serpentinen in die Berghänge, begrenzt sie beiderseits mit Baumstämmen, damit die Schlitten in der Bahn bleiben und nicht ausbrechen können.

Bei sehr steilen und hohen Bergen wo Wege fehlten oder nur mit hohen Kosten angelegt werden können, bringt man die Stämme in halbrunden, hölzernen Rinnen, den „Riesen oder Rutschen“, ans Wasser oder an zugängliche Lagerplätze. Der Weitertransport erfolgte zu Wasser durch Floße. Das Langholz wurde mit Ochsenkarren den Sägewerken zugeführt.

Wolfgang Hug