(#0007-005) KIG - Generalversammlung 26.04.1967

Kurinteressengemeinschaft  Kniebis 

Niederschrift über die Generalversammlung am Mittwoch, den 26. April 1967

Im Hotel Lamm.

Anwesend:    

  • Bürgermeister  Wolf
  • 6  Stadträte von Freudenstadt
  • Kurdirektor  Enzmann  i.V. Bürgermeister  Adis
  • 1.     Vorstand  Albert Haist
  • 2.    Vorstand  Hermann Schäfer
  • Kassier  Hermann  Kemmler
  • Schriftführer  Hans Hollmann
  • Beiräte:           Gustav Haist , O. Moser  erkrankt, Max  Klaißle ,  K. Gaiser  entschuldigt
  • 25  Mitglieder


1)  Eröffnung und Begrüßung
     Um 20.15 Uhr begrüßte Herr Schäfer die Anwesenden, insbesondere Herrn Bürger-
     meister Wolf und   6  Herren des Freudenstädter Stadtrats. Bürgermeister und
     Dr. Weidenbach ließen sich entschuldigen, weil dringendere Sitzungen dazwischen
     gekommen waren. Der Vorstand stellt fest, dass die Einladungen ordnungsgemäß
     schriftlich an alle Mitglieder ergangen ist. Die Kassenberichte 1965 und 1966 und der
     Haushaltsplan 1967 sind an alle Mitglieder verteilt worden. Damit ist die Sitzung
     eröffnet.
2)  Geschäftsbericht des Vorstands
     Die letzte Generalversammlung war am 22. März 1965. Durch sehr späte Abrechnung der
     Kurtaxe zog sich der Abschluss des Geschäftsjahres 1965 so weit hinaus, dass eine
     Generalversammlung nicht mehr abgehalten werden konnte. Am 28. Juni 1966 wurde erst
     der Kassenabschluss gemacht, der mit  41 578,68 DM in Einnahme und Ausgabe abschloss
     und von den gewählten Kassenprüfern geprüft wurde. Ein Haushaltsplan 1966 mit einem
     Umfang von  28 165 DM wurde aufgestellt.
     Zum Golfplatz:
     Golfplatz und Bocciabahn war im Herbst 1964 begonnen worden und wurde reichlich
     spät von der Gärtnerei Burkhardt fertiggestellt. Ab 3. Juli konnte gespielt werden, offiziell
     aber wurde die Anlage am 24. Juli mit einem Konzert der Kniebiser Musikkapelle eröffnet.
     Am Abend fand noch ein Volksliederblasen der Stadtkapelle unter Mitwirkung des
     Gesangvereins Kniebis in der beleuchteten Klosterruine statt.
     Golfplatz und Bocciabahn kostete insgesamt:                23 538, 33 DM
     Davon bezahlte die Kurverwaltung Baiersbronn und Freudenstadt          5 000,-     DM.
     Mit der Anlage selbst sind wir nicht recht zufrieden und hatten mit der Gärtnerei Burkhardt
     etwas Scherereien. Wir behielten zwar 2 000.- DM von den Kosten bis Ende Juli 1966 ein,
     müssen aber jetzt trotzdem  einige Verbesserungen durchführen lassen.

     Zum Schwimmbad:
     Die Umwälzanlage im Schwimmbad war ebenfalls beschlossen. Hier fehlte es zunächst an
     Unternehmer, der das Maschinengebäude bauen sollte. Es wurde Sommer bis das
     Schwimmbad mit der neuen Wasserbereitung eröffnet werden konnte. Viel versäumt
     Wurde allerdings damals nicht.
     Die Umwälzanlage kostete rund  50 000,- DM
     wozu die KIG                               10 000.- DM  beisteuerte.
     Das Jahr 1966 stand im Zeichen restlicher Schulden für die Umwälzanlage.

Prospekt und Wohnungsverzeichnis:
Im Jahr 1966 wurde eine Neuauflage unseres Bildprospekts erforderlich. Wir hätten gerne dem neuen Prospekt auch ein neues Gesicht gegeben, d.h. auch das Titelblatt geändert, mussten aber in Anbetracht der finanziellen Lage darauf verzichten. Fünf neue Bilder wurden in den Prospekt aufgenommen.
Die Auflage von 20 000 stück kostete rund  5000,- DM. je 1000 St. erhielten wir als Zuschuss von der Kurverwaltung Baiersbronn und Freudenstadt. Wir hoffen, dass diese Auflage bis Ende nächsten Jahres reichen wird.
Die Wohnungsverzeichnisse machen uns insofern Sorgen, als der Platzknapp wird, andererseits eine Vergrößerung sich noch nicht lohnt und dann vor allem auch mehr Porto beim Versand kosten würde. Ferner mussten wir in diesem Jahr auch Briefumschläge und Prospektversandtaschen einkaufen.
Zu den Plakattafeln.
Fünf Plakattafeln wurden aufgestellt und ich möchte wiederum die Bitte an alle richten, die Veranstalter darauf aufmerksam zu machen, diese Tafeln zu benützen und nicht die Straßen-
bäume zu verunstalten.
Tätigkeit in Zahlen:

In  6 Beiratssitzungen  und einigen Besprechungen in kleinerem Rahmen wurde das Schifflein der KIG durch das Jahr 1966 geschaukelt.
12  Konzerte
  9  Filmabende
36  Halbtages- und Tageswanderungen mit rund 650 Teilnehmern

Übernachtungen:  Zahlen sagen in diesem Fall mehr als Worte

  1964 1965 1966
Baiersbronn - Kniebis 63000

65200

(+ 3,5 %)

67000

(+ 2,7 %)

Freudenstadt - Kniebis 46801

46963

+( 0,4 %)

51988

(+ 10 %)

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  109801

112163

2363 mehr

118988

6825 mehr


Kurtaxeeinnahme:  Sie beträgt 50% der Kurtaxenabgabe

  1964 1965 1966
Baiersbronn - Kniebis 10340 DM

10430 DM

(+0,8 %)

12720 DM

(+2,2 %)

Freudenstadt - Kniebis 6850 DM

6750 DM

(- 1,7 %)

8895 DM

(+ 32,2 %)

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  17190 DM 17160 DM 21615 DM


Die Übernachtungsziffern und die Kurtaxeeinnahmen, die Herr Bürgermeister Wolf bekanntgab, seien ermutigend, denn der prozentuale Anstieg auf dem Kniebis übersteigt die Vergleichswerte von Freudenstadt. Der Anteil ausländischer Gäste ist auf dem Freudenstädter Kniebis, Zahlen für den Baiersbronner Kniebis wurden nicht erwähnt, von 5 935 auf 4 624 zurückgegangen. Diese Feststellung ist aber in gleichem Maß auch in Freudenstadt zu bemerken. Auch die Kurtaxe, so meinte Bürgermeister Wolf, von 50 Pf sei den Bemühungen, die auf dem Kniebis getroffen werden angemessen.

3)  Kassenbericht:
Der Kassier Hermann Kemmler gibt den Bericht, der sich in den beiden Jahren jeweils an den Haushaltsplan gehalten hat. Die Kasse ist geprüft und als richtig befunden. Willi Schmelzle als Kassenprüfer mit Heinrich Eckstein jr. loben die einmalige und vorbildliche Führung der Eintragungen und die Anordnung der Belege:  „Ich habe noch nie ein ähnliches Kassenbuch gesehen“. Herr Schmelzle beantragt die Entlastung des Kassiers, da die Kasse ohne Beanstandung geprüft worden ist. Die Entlastung  wird für den Gesamtvorstand und den Beirat ohne Einwände erteilt.
4)  Skiabfahrtshang:  
Herr Schäfer informierte alle Anwesenden über den Stand der Dinge. Nachdem alle Verhandlungen und Spekulationen auf einen Skiabfahrtshang vergeblich waren, richtet im November 1966 die Skizunft Kniebis mit der KIG zusammen ein Schreiben an das Bürger-meisteramt Freudenstadt wegen eines Hanges neben der Sprungschanze, weil hier schon eine Schneise im Wald bestand. Erfreulicherweise wurde diese Anlage genehmigt, wenn sich die entsprechende Gruppe findet, die Bau und Betrieb eines Abfahrtshanges mit Lift finanziert. Die einleitenden Verhandlungen wurden geführt, Angebote eingeholt, so dass alles bereit ist. Nur die Gruppe derjenigen, die das Projekt finanzieren steht noch mit Fragezeichen versehen vor uns.
Angebot für den Skilift:
Dr. Werner Röhrs KG Sonthofen                74 000.- DM
Seba GmbH  München                                48 400.- DM
Doppelmayer u. S. Wolfurth  Österreich     39- 45 000.-DM
Polig Henkel Blechert Köln                        44 900.-DM
Bezüglich der Planierungsarbeiten liegt ein Angebot von der Fa. Vogel Freudenstadt vor, die das Eindohlen des Baches in 100 cm Rohre auf  80 m Länge und das Planieren des Hanges mit insg. 69 500.- DM ausführen will.
Der Plan, die Planierungsarbeiten von der Bundeswehr ausführen zu lassen, wurde verworfen

Schließlich wurde die Baufirma Huber Seebach/Ottenhöfen um ein Preisangebot bemüht, und es fiel preisgünstig aus. Im Steilhang käme der qm auf 1,60 DM im flacheren Teil auf
-.80 DM. Somit wäre ein mittel von 1,20 DM für den Hang zu erwarten. Die Sprengarbeiten, die sich erst beim Arbeiten in den Weg stellen, werden nach  cbm festgelegt. Auch für die Eindohlung wollte Huber ein Angebot einreichen. Der Hang käme, was Planierungsarbeiten anbetrifft auf 15 000.- DM. Die Stromzufuhr für den Liftmotor könnte von einem Masten-
transformator aus erfolgen. Kosten etwa 10 000.- DM .

Eine Zusammenstellung aller sich ergebenden Kosten folgt:
    Planierungsarbeiten           18 000.- DM
    Eindohlung des Baches       7 000.- DM
    Skilift ca.                           50 000.- DM
    Transport und Montage       8 000.- DM
    Betonarbeiten                    10 000.- DM
    Elektroanschluss               10 000.- DM
    Verschiedenes                     2 000.- DM
                    ---------------------------------------
                                            105 000.- DM  ohne Flutlicht

Der nächst Schritt müsste sein, eine Gruppe zu finden, die den Bau und Betrieb übernimmt. Damit liegt der Hang, sein Gedeihen oder Verderben in den Händen mutiger Kniebiser, so sagte Herr Bürgermeister Wolf.

5)  Neuwahlen:
Die beiden bisherigen Vorstände wurden einstimmig gewählt.
1.    Vorstand  Herr Schäfer
2.    Vorstand Herr Haist
Schriftführer  Hans Hollmann
Herr Kemmler scheidet aus und schlägt Siefried Haist als Kassier vor und wird einstimmig gewählt.
Einstimmig werden auch die Beiräte gewählt. Herr Otto Moser scheidet aus. An seine Stelle wird Oskar Maichele gewählt.
Beiräte:   Max Klaißle
        Oskar Maichele  (beide Gemark. Baiersbronn)
        Karl Gaiser
        Gustav Haist   (beide Gemark. Freudenstadt)
Die Kassenprüfer werden bestätigt:
         Willi Schmelzle
          Heinrich Eckstein  jr.

6)  Verschiedenes:
    a) Das geplante und versprochene Kurverwaltungsgebäude lässt auf sich warten. Es 
        soll bald begonnen werden.

    b) Wie lange wird man noch auf die Kläranlage auf Baiersbronner Markung warten
         müssen? Herr Wolf weist auf die Schwierigkeiten der weit verzweigten Gemeinde
         Baiersbronn hin, die es dem Gemeindebauamt unmöglich macht alle Abwasser-
         stränge gleichzeitig fertigzustellen. Die eingeplanten Staatszuschüsse ließen lange
         auf sich warten.

    c)  Die 700 Jahrfeier soll in Zusammenhang mit der Einweihung des Kurverwaltungs-
         gebäudes begangen werden.

    d)  Herr Klaißle möchte den Kurort Kniebis in das Verzeichnis der Hotels an der
          Schwarzwaldhochstraße aufgenommen wissen. Das sei nur ein finanzielles 
          Problem.

    e)  Herr Heinrich Eckstein  sen. Erkundigt sich nach der Gema und ob diese Kosten
          nicht wie bei allen Vereinen der Gemeinden auch für die Kniebiser Musik von
          den Muttergemeinden bestritten werden. Der Kniebis soll in die Pauschale, die die
          Gemeinden an die Gema zahlen aufgenommen werden.

Die sehr straff geführte Sitzung endet um 20.05 Uhr. Vorstand Schäfer dankt den auswärtigen Herren für ihr Erscheinen.


                            Kniebis, den 28. April 1967
                            Schriftführer   H. Hollmann

 
               

 

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