(#0007-002) KIG - Aktennotiz 700 Jahrfeier/Besetzung Geschäftsstelle 20.05.1968

Kniebis, 20. Mai 1968

Aktennotiz, Stadtpfleger Sängle Freudenstadt

Betr.      1.  700 Jahrfeier für den Kniebis
             2.   Besetzung der Geschäftsstelle im neuen Kurverwaltungsgebäude Kniebis
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Im Cafe Waldeck auf dem Kniebis fand heute eine Besprechung statt, an der beteiligt waren:
Von der Stadt Freudenstadt:               Bürgermeister  Wolf
                                                           Stadtpfleger  Sängle
                                                           Angestellter  Teich von der Städt. Kurverwaltung
Von der Gemeinde Baiersbronn:        Bürgermeister  Adis
                                                           Gemeindeoberamtsrat  Klumpp
Von der Kurverwaltung Kniebis:       Anwälte  Schäfer und Haist
                                                           Mitglieder des Verwaltungsbeirats der KIG
Vom Musikverein Kniebis:                Herr Eckstein und Herr Brügner, Wittershausen
Von der Baiersbronner Bank:             Bankdirektor  Simon und drei Aufsichtsmitglieder


1)    Vom 20. bis 27. Juli 1968 findet auf dem Kniebis das Kreismusikfest statt. In Verbindung

damit wird das 700 jährige Bestehen des Kniebis gefeiert und außerdem das neue Kurverwaltungsgebäude

eingeweiht.Herr Eckstein vom Musikverein Kniebis erläutert zunächst den Ablauf des Kreismusikfestes.

Ablauf des Kreismusikfestes. Er berichtet u. a. folgendes:


a)  Der Musikverein Kniebis hat eine vertragliche Abmachung mit einem Festwirt getroffen,   
     der ein Festzelt und einen Vergnügungspark aufstellt und dafür pauschal an den Musik-
     verein 3000 DM bezahlt. Außerdem  will der Musikverein Kniebis für das Kreismusikfest
     Festabzeichen zum Preis von 1.50 DM oder Festbände zum Preis von 3.- DM verkaufen.  
     In dem Betrag von 3.- DM ist auch das Eintrittsgeld für den geplanten „Bunten Abend“
     im Festzelt enthalten.


b)  Das Programm für das Kreismusikfest sieht vor, dass am Samstag, den 20. Juli 1968
     abends die Stadtkapelle Freudemstadt, die Musikkapelle Mitteltal und Alpirsbach im
     Festzelt spielen. Am Sonntag um 7.00 Uhr  Wecken durch Spielmannszüge, um
     9.00 Uhr gemeinsamer Gottesdienst im Freien im Klostergelände (für beide     
     Konfessionen). Ab 10.30 Uhr folgt ein Frühschoppenkonzert im Festzelt. Um 13.00 Uhr
     Stellen sich die Kreismusikfestbeteiligten Musikkapellen zum Festzug auf. Der Festzug
     beginnt um 13.30 Uhr und führt zum Festgelände, wo während des Festnachmittags
     musikalische Darbietungen aller Art (Massenchor, Wertungsspiele einzelner Kapellen
     usw.) durchgeführt werden. Man schätzt, dass der Festzug eine Länge von etwa 1 km  hat,
     da zwischen den einzelnen Musikkapellen ein Abstand von etwa 50- 80 m gelassen werden
     muss und außer die Festwagen und historischen Gruppen usw. zur 700 Jahrfeier des
     Kniebis in den Festzug eingegliedert werden.
     Die näheren Einzelheiten über die Gestaltung der Festwagen, die Aufstellung des
     Festzuges usw. werden von den Vorbereitungsausschüssen zur (700 Jahrfeier und
     für das Kreismusikfest noch festgelegt. Für den Sonntag hat der Musikverein Kniebis
     eine Künstlergruppe verpflichtet, die einen „Bunten Abend“ im Festzelt veranstalten
     wird.


c)  Das Kreismusikfest und die 700 Jahrfeier für den Kniebis sollen am Montag, den
     22. Juli 1968, mit einem Kinderfest für die Kinder des gesamten Kniebis  ausklingen.
     Anschließend wird unter Vorsitz von Bürgermeister Adis über die Gestaltung der
     700 Jahrfeier und die Einweihung des Kurverwaltungsgebäudes beraten.                               
     Der Festakt zur 700 Jahrfeier soll am 20. Juli 1968 nachmittags  16.00 Uhr im neuen
     Kurverwaltungsgebäude auf dem Kniebis stattfinden. In Verbindung mit dem Festakt wird
     das Kurverwaltungsgebäude gleichzeitig eingeweiht.
     Unter der Verantwortung der Kurinteressengemeinschaft Kniebis soll ein besonderer
     Vorbereitungsausschuss für die 700 Jahrfeier gebildet werden, der alle notwendigen
     Maßnahmen, Werbung, Beflaggung, Gestaltung der Festwagen und Kinderfest im
     Benehmen mit den Markungsgemeinden, den Schulen auf dem Kniebis und dem
     Vorbereitungsausschuss für das Kreismusikfest trifft. Dem Vorbereitungsausschuss steht
     Ein Betrag von etwa 7000 DM für die 700 Jahrfeier zur Verfügung. Davon werden von der
     KIG Kniebis 2000 DM und von den beiden Markungsgemeinden Baiersbronn und
     Freudenstadt 5000 DM zur Verfügung gestellt.
     Die Kosten für die Geschenke an die Kinder bei dem Kinderfest werden von den
     Markungsgemeinden übernommen.
     Außerdem soll noch geprüft werden, ob die Markungsgemeinden für den Festzug am
     Sonntag, 21. Juli 1968, einen Festwagen gestalten.
     Der anwesende Schulleiter der Grundschule auf dem Kniebis bittet, dass er bei den
     Vorbereitungen des Kinderfestes von der Hauptschule Freudenstadt unterstützt wird.


2)  Zwischen den Vertretern der Stadt Freudenstadt und der Gemeinde Baiersbronn und
     der Baiersbronner Bank wird anschließend in Anwesenheit der beiden Anwälte Schäfer
     und Haist über die Besetzung der Geschäftsstelle im neuen Kurverwaltungsgebäude
     Kniebis, über die Vergabe der Wohnung und die Hausverwaltung gesprochen. Dabei
     Wird folgende Einigung erzielt:   

a)  Die Baiersbronner Bank will Herrn Günter Oehrle, Bankkaufmann mit der Leitung ihrer
     Zweigstelle auf dem Kniebis beauftragen. Herr Oehrle ist 1943 geboren und hat nach
     seiner Lehrzeit bei der Volksbank in Rosenfeld einige Jahre bei der Zentrale der Volks-
     banken in Stuttgart gearbeitet. Er ist seit 1967 bei der Baiersbronner Bank beschäftigt und
     hat sich dort bewährt. Herr Oehrle soll für kurze Zeit zur Kurverwaltung Baiersbronn und
     zur Kurverwaltung Freudenstadt abgestellt werden und sich den besonderen Aufgaben der
     KIG Kniebis vertraut machen.
     Herr Oehrle verdient bisher nach dem Banktarif entsprechend seinem Lebensalter monat-
     lich brutto 906.- DM (verheiratet, 1  Kind). Als Zweigstellenleiter erhält er ungefähr einen
     Bruttogehalt von 1100.- DM.
     Es wird vorgesehen, dass Herr Oehrle von der Baiersbronner  Bank und der KIG Kniebis
     Gemeinsam angestellt wird, wobei die Baiersbronner Bank als auszahlende Kasse für die
     Gehaltsbezüge benannt werden soll. Das Gehalt und die Nebenleistungen sollen jeweils im
     gegenseitigen Einvernehmen festgelegt und im Verhältnis 40. 60 von der KIG Kniebis und
     der Baiersbronner Bank bezahlt werden. Diese Regelung soll zunächst auf die Dauer von
     zwei Jahren gelten.

b)  Herrn Oehrle wird die Hauptwohnung im Kurverwaltungsgebäude (94 qm) angeboten. Die
     Miete soll auf der Grundlage von 2,30.- DM/qm  (Richtsatzmiete für den sozialen
     Wohnungsbau) berechnet werden.
     Über die Vermietung der kleineren Zwei- Zimmerwohnung wird noch nicht entschieden.

c)  Mit der Reinigung der Räume des KV- Gebäudes soll eine Putzfrau beschäftigt werden.
     Die Kosten der Reinigung sollen anteilsmäßig zwischen der Baiersbronner Bank und der
     KIG Kniebis aufgeteilt werden, wobei als Verteilungsschlüssel für das Erdgeschoss 50 : 50
     in Frage kommt, während die Kosten für die Reinigung der Räume im 1. Obergeschoss
     ebenso wie die Kosten der Beaufsichtigung der Räume von der KIG voll getragen werden
     müssen. Die KIG wird auch von der Baiersbronner Bank ermächtigt, eine möglichst
     günstige Regelung zu treffen. U.a. wird daran gedacht, den Klärwärter neben seiner
     Tätigkeit in der Kläranlage mit der Betreuung des neuen KV- Gebäudes und seiner Außen-
     anlagen zu beauftragen.
     
     
     
                                                           Sänle    Stadtpfleger
     
      
                    
                   
                  

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