Habe fertig

                                                                 „ Habe Fertig“

Hieß es für die Familie Heiderose und Dieter Seiler, die ihren Laden am 24. Oktober 2015 für immer geschlossen haben.
Die Geschichte des Hauses beginnt mit Karl Christian Mutschler  (geb. 6. Febr. 1871), der im Haus seiner Eltern Jakob und Anna Maria (geb. Günter) im  Kohlwald  wohnte. In diesem Haus richtete sich Karl Christian Mutschler im Erdgeschoß eine Schusterei ein.
Karl Christian Mutschler heiratet im Oktober 1904 Anna Barbara geb. Volz und baute 1908 ein eigenes Haus mit einer Schuhmacherwerkstatt und Laden an der Dorfstraße.  Mit diesem Bau wurde schon damals der Grundstein für ein Geschäftshaus gelegt, das  seinen gewerblichen Werdegang mehr als 100 Jahre  in verschiedenen Formen bis heute durchlebte. Nach dem Tode von Karl Christian Mutschler wurden  Werkstatt und Laden an die Familie Georg und Emma Hornberger vermietet, nachdem sie 1948 aus dem Haus Haist, ebenfalls an der Dorfstraße, wegen Eigenbedarfs ausziehen mussten. Familie Hornberger, die selbst einen Obst- und Gemüseladen hatten, fanden im Haus der Familie Mutschler eine ideale Bleibe bis zur Fertigstellung ihres eigenen Hauses 1951. 
Noch im selben Jahr zogen  Robert und Paula Günter (geb. Mutschler)  in das Haus der Familie Mutschler an der Dorfstraße ein. Robert Günter, der bei der „Südmilch- Molkerei“ in Freudenstadt arbeitete, machte aus dem Laden eine Milchsammelstelle und Milchbar. Nachdem Robert und Paula Günter 1957 aus dem Haus an der Dorfstraße auszogen, und am  Baiersbronner Sträßle ein neues Eigenheim bauten, wurde auch die Milchsammelstelle und Milchbar an das Baiersbronner Sträßle verlagert. Die Milchsammelstelle an der Dorfstraße wurde  zu einer öffentlichen Mangelstube umgebaut und vermietet.
1970 kauften Robert und Paula Günter das Haus von der Tochter Emilie Kirschmann (geb.  Mutschler) an der Dorfstraße und bauten es von Grund auf bis unters Dach komplett um.
1975 zogen die Tochter Heiderose und Dieter Seiler in das neue Haus ein. Schon ein Jahr später, am 17. April 1976 eröffneten sie einen Laden mit Schwarzwälder- Spezialitäten und Reiseandenken.  Während Heiderose Seiler im elterlichen Betrieb, der inzwischen zum Cafe Günter erweitert wurde, als Konditorin arbeitete, gab Dieter Seiler seinen Beruf als Elektriker auf und übernahm fortan den Laden. Durch den touristischen  Aufschwung mit steigenden Übernachtungszahlen auf dem Kniebis und entlang der Schwarzwaldhochstraße florierte das Geschäft und hatte für jeden Gast das richtige Souvenir im Angebot.
1986 wurde das Angebot mit Zeitschriften und einer Lottoannahmestelle erweitert.  Eine zusätzliche Postagentur von 1995 bis 2008 rundete das Angebot der Familie Seiler ab. Doch was anfangs als richtig erschien, erwies sich künftig als Nachteil. Steigende Ansprüche und Billigflugreisen machten den Gaststätten und Geschäften mehr und mehr zu schaffen.
Viele Gaststätten, Hotels und Geschäfte mussten ihre Angebote reduzieren oder zum Teil ganz schließen.
Nach knapp 40 Jahren Selbstständigkeit und Erreichen des Rentenalters, sowie der stetige Rückgang des Tourismus und des Umsatzes, waren für Familie Seiler Grund genug, ihren   Laden für immer zu schließen.
Mit der Schließung des Ladens endet nicht nur
Ära eines Geschäftes, sondern es ist der letzte Laden auf dem Kniebis der für immer schließt.
 


Der Kloster- und Heimatgeschichtsverein Kniebis wünscht Familie Seiler alles Gute und viele schöne Jahre. 
 
W. Hug
Kloster- und Heimatgeschichtsverein Kniebis


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