Haus Giessen - Schwabo 18.03.2015

Von Julia Bronner

Freudenstadt-Kniebis. Wer­ner Döring hat sich ein Großprojekt zugelegt. Sein Plan: Das Kniebis Haus Gie­ßen soll wieder Herberge für Gruppen oder Einzepersonen werden. Und er ist auf einem guten Weg. Seit Herbst ist das Haus wieder regelmäßig belebt.Der Gießener kannte das Haus von einem Besuch mit seiner Klasse. Das war im Jahr 1963. Manche Zimmertüren tragen noch die Aufschrift »Lehrer«. Damals hatte die Stadt Gießen das Haus auf dem Kniebis gekauft und viele Jahre als Schullandheim ge­nutzt. Danach stand es leer. weil die Schüler andere Ziele bevorzugten.

2011 ist Werner Döring zu­rückgekehrt, hat das Haus Gießen gekauft und renoviert - mit viel Eigenleistung und der Hilfe von Freunden. Jetzt können die Gäste kommen. Er fand es schade. dass das Ge­bäude nicht mehr genutzt wurde. erklärt der 64-Jährige seine Motivation. Und er habe eine Vision. sagt er. Er möchte das Nostalgische. die Vergan­genheit des Hauses wieder aufleben lassen.

Die ehemaligen Schüler aus Gießen. die in diesem Haus im Schullandheim waren könnten nun noch mal her­kommen. Und tatsächlich wa­ren beim Testlauf im Herbst einige Gruppen aus Gießen auf dem Kniebis. Und ein Shanty Chor aus Lieh in Hes­sen nutzte das Haus für sein Probenwochenende. So warim Oktober jedes Wochenen­de Leben im Haus. »Das hat wunderbar funktioniert«, freut sich der neue Besitzer über die Gäste.

 

Für die Theke im gemütlichen Aufenthaltsraum verwendete Werner Döring Holz. auf dem sich Schüler verewigt haben. Vielleicht

ent­deckt sich der eine oder andere seiner künftigen Gäste wieder (großes Bild). Die Gästezimmer im Kniebis Haus Gießen hat der neue

Be­sitzer renoviert (kleines Bild).


Die Türen des Hauses ste­hen aber natürlich nicht nur den Gießenern offen. sondern allen. so Döring. »Aktivitäten gibt es hier ja ausreichend«, freut er sich. »sowohl im Som­mer als auch im Winter. Wan­derwege und die Langlaufloi­pe liegen direkt vor der Tür,« Das Haus sei für Wochenend­ausflüge oder Familienfeiern super geeignet. so Döring, der sich selbst ein Paar Schnee­schuhe zugelegt hat. Bis das Haus wieder bereit war. Gäste zu beherbergen. gab es viel zu tun. »Es sah schlimm aus«, erzählt Klaus Döring. der seinen Bruder bei seinem Vorhaben tatkräftig unterstützt. Die Waschräume und Toiletten waren teilweise in sehr schlechtem Zustand. »Manche Räume mussten komplett neu gestaltet wer­den«, erzählt Werner Döring; die Betten habe er selbst zu­ sammengezimmert und in je­ des Gästezimmer ein Wasch­becken eingebaut. So gingen zweieinhalb Jahre für die Re­novierung ins Land. doch der große Aufwand »hat sich ge­lohnt«, so der Rentner. der bis vor zwei Jahren im Entwicklungslabor der Universiät Gießen tätig war. »Mit den Gruppen. die bisher da waren war alles sehr spaßig«, berichtet er. Sowieso· will er das Haus »aus Freude heraus füh­ren«, nicht um Gewinn zu ma­chen. Es gehe ihm um die schönen Erlebnisse. »Wir ha­ben uns im Dorf schnell wohl gefühlt und sind freundlich aufgenommen worden«, be­richtet Döring.

Elf Gästezimmer mit insge­samt 24 Betten gibt es im Haus Gießen. Die meisten sind Doppel- oder Dreibett­zimmer. Der Frühstücks- und Seminarraum umfasst 30 Plät­ze. Auf den gemütlichen und geräumigen Aufenthaltsraumim Keller mit Theke und Fern­seher ist Werner Döring be­sonders stolz. Auch eine Kü­che gibt es. So können sich dieGruppen selbst verpflegen.

Und der Hausbesitzer unter­stützt. wo er kann. Dafür pen­delt der Gießener, der jetzt in Freudenstadt gemeldet ist.gerne zwischen seiner Heimatund dem Kniebis hin und her.

Die Pläne des Rentners für das Haus Gießen sind noch lange nicht zu Ende: Es gebe noch viele Kleinigkeiten zu tun. Nach und nach will Dö­ring die Räume individuell ge­stalten. vielleicht nach The­men geordnet. Auch versucheer noch Außenfläche für das Haus zu kaufen. zu dem bisher kein Gelände gehört. »So geht es Stückchen für Stückchen weiter«, freut sich der 64..Jähri­ge, für den das Kniebis Haus Gießen eine tolle Aufgabe für seine Zeit als Rentner ist.

 

Quelle: Schwarzwälder Bote 18.03.2015

Beitrag "In der Herberge leben Erinnerungen auf" von Julia Bronner

Fotos : Bronner

 

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